Das Scrum Team - Und warum wir doch nicht alle gleich sein sollten

Geschrieben von Andreas Schliep am 10.12.2011

Ein Thema kommt immer wieder auf, wenn wir mit Scrum-Neulingen sprechen. Wenn wir ein Scrum Team haben wollen, dass alle Aspekte eines Produktes liefern kann, müssen alle Teammitglieder die gleichen Fähigkeiten haben? Unser Alltag zeigt uns dass niemand in mehr als einem einzelnen Bereich wirklich herausragen kann. Peter Beck ist zum Beispiel der kreative Kopf im DasScrumTeam. Meine Schwester Julia ist außerordentlich sorgfältig. Und ich bin ein guter Analytiker. Wir benötigen alle diese Talente in unserem Geschäft. Die verschiedenen Talente kommen zusammen, wenn wir als ein Team arbeiten. Unsere Produkte - Scrum Trainings und Coaching-Engagements - benötigen diese Kombination, um erfolgreich zu sein.

Ähnliche Überlegungen lassen sich auf die Zusammensetzung eines Scrum Teams anwenden. Wir benötigen alle technischen Fertigkeiten, um das System zu bauen, sowie eine Bandbreite von sozialen Fähigkeiten und natürlichen Talenten. Es ist einfach unmöglich, dass alle diese Fertigkeiten, Fähigkeiten, Herangehensweisen und Personlichkeitsmerkmale in einem einzigen Menschen zusammen kommen. Glenda Eoyang verwendet das CDE - Containers, Differences and Exchanges-Modell, um die Einfluß- und Unterstützungsfaktoren für selbst-organisierte Teams zu beschreiben. Die Bedeutung der Unterschiedlichkeit wird unterschätzt. Daher ist die Unterschiedlichkeit in einem Team - nicht nur aus der Notwendigkeit heraus, weil wir einfach keine universalen Grafikdesigner, Frontend, Datenbank und Modellierungs-Experten einstellen können, sondern weil wir den energisierenden Austausch innerhalb unseres Team-Containers und zwischen Team und Außenwelt verbessern wollen - kein Problem, sondern eine Vorbedingung für erfolgreiche Selbstorganisation. Eine, die uns aus unserer Comfort zone heraus holt. 

Zurück zu unserem kleinen Team. Wir würden ohne die unablässigen kreativen Ideen von Peter nicht weit kommen. Wir würden ohne die gründlichen - und manchmal nervigen - Fragen von Julia im Chaos versinken. Und es würde uns schwer fallen, ohne mich mit den Entwicklungen in der Communityverschiedenen Methoden und neuen Denkansätzen mitzuhalten. Das heißt nicht, dass Julia nicht kreativ wäre, oder Peter nicht analysieren kann. Es bedeutet, dass die Kombination viel stärker ist als die Einzelperson.

Andreas Schliep

Über den Autor

Andreas Schliep

Andreas Schliep ist ein Gründungsmitglied von DasScrumTeam AG. Er arbeitet als Scrum Coach und Trainer. Nach seinem Besuch der Hochschule Bremerhaven arbeitete Andreas zunächst als Softwareentwickler, Projektleiter, Teamleiter und später auch Bereichsleiter. Zu Scrum kam Andreas 2003-2004 durch seine damaligen Kollegen bei WEB.DE. Nach der Scrum Implementierung dort wechselte Andreas 2006 zur SPRiNT iT und machte sich 2008 als Coach und Trainer selbständig. Heute liegen seine Schwerpunkte neben der Einführung und dem Ausbau von Scrum insbesondere beim Qualitätsmanagement und der nachhaltigen Verbesserung von Entwicklungsteams.

  • Erfahrung mit Scrum seit Frühjahr 2004 als Scrum Master, Product Owner, Teammitglied, Coach und Trainer.
  • Einführung von Scrum bei der WEB.DE AG und ComBOTS AG
  • Betreuung von international verteilten Scrum Teams bei BenQ-Siemens
  • Betreuung von Scrum Teams bei bwin Wien Unterstützung des Übergangs von RUP zu Scrum bei UOL Brasilien
  • Weitere Scrum-Implementierungen in D/A/CH
  • Besondere Interessen: Skalierung und Verbesserungsprozesse