Eine Umstellung bei der Scrum Alliance

Geschrieben von Andreas Schliep am 16.04.2021
ACSD

Was ist denn da passiert? Heute morgen hatte ich im Posteingang eine Nachricht der Scrum Alliance: „Congratulations on your new Advanced Certified Scrum Developer® certification!“ Dabei hatte ich doch als CSD – Certified Scrum Developer® – keinen weiteren Kurs besucht, oder eine Bewerbung eingereicht? Okay, das stimmt nicht ganz. Aber vielleicht erläutere ich mal den Kontext. So wie mir geht es heute allen aktiven CSDs. Denn der bestehende CSD wird in Zukunft aufgeteilt in einen Grundlagen-Teil, dem neuen CSD und einem vertiefenden Praxisteil, dem Advanced-CSD. Damit verfolgt die Scrum Alliance die Struktur des neuen „Path to Certified Scrum Professional“, den aufeinander aufbauenden Qualifizierungen und Zertifizierungen für Scrum Master und Product Owner.

Der neue Certified Scrum Developer

Bislang konnte man als Developer – und damit meine ich die Spielposition im Scrum Team – nur einen CSD-Kurs von fünf Tagen, oder einen Aufbaukurs für den CSM von drei Tagen absolvieren, um das Zertifikat der Scrum Alliance zu erhalten. Eine tolle Sache, zumal in diesen Kursen auch sehr viel aktiv an der Zusammenarbeit am Code gearbeitet wird. Also warum die Änderung? 1. Der alte CSD ist eine zu große Hürde für den Einstieg. Scrum Master und Product Owner kriegen ihre Basis-Zertifizierung nach zwei oder drei Tagen. Developer mussten für einen auf sie zugeschnittenen Einstieg in Scrum und agiles Arbeiten mehr Zeit investieren. 2. Die bislang durchgeführten CSD-Kurse haben einen sehr großen Praxisanteil. Das entspricht aus der Sicht der Scrum Alliance bereits der Advanced-Stufe. Aufwand und Intensität der Ausbildung sollen entsprechend honoriert werden. 3. Nach dem A-CSD geht es weiter. Bislang konnte man bei der Scrum Alliance die Stufe Certified Scrum Professional als Developer nur per Antrag erreichen. Mit dem kommenden CSP-Developer bietet sich ein dediziertes Ausbildungsprogramm, mit dem man als Developer auf die Expertenstufe CSP gelangen kann.

Vom Flurgespräch zum Ausbildungsprogramm

Was kann ich dafür? Nun, vor ein paar Jahren begann die Initiative „Refactor CSD“, bei der eine Reihe von Freiwilligen der Scrum Alliance anfing, sich über die bessere Gestaltung des Angebots für Developer Gedanken zu machen. Der CSD war ein bißchen das Stiefkind der Zertifizierungen. Obwohl es ein Mehrfaches der Scrum Master-Zahl an Entwicklern geben sollte, bewegten sich die CSDs eher im unteren Bereich. Das Angebot passte also nicht zu den Bedürfnissen der Developer und Organisationen. In vielen Diskussionen und Arbeitsrunden haben wir den bestehenden CSD analysiert, die Lernziele neu formuliert und in die entsprechenden Stufen CSD und A-CSD aufgeteilt. Was bedeutet das für bestehende CSDs? Was ist nun mit den bestehenden CSDs? Nun, die Lernziele des alten CSDs sind mehr oder weniger identisch zu den neuen A-CSD-Ansprüchen. Da liegt es nahe, die aktiven CSDs auf den Status A-CSD zu erheben. Daher diese seltsame E-Mail der Scrum Alliance. Übrigens sind alle bestehenden Ausbilder automatisch in der Lage, die neuen Kurs- und Zertifiziercungsstrukturen anzubieten.

Der neue Certified Scrum Developer-Kurs

Der neue CSD bietet eine Alternative zum CSM als Einstieg in agiles Arbeiten für Teams. Die Scrum-Grundlagen werden ergänzt durch die Zusammenarbeit im Team und die Grundlagen agiler Entwicklungspraktiken. Dadurch eignet sich der neue CSD nicht nur für Softwareentwickler, sondern auch für alle anderen Developer im Team. Denn der Schlüssel zum Erfolg mit Scrum liegt in der Zusammenarbeit im Scrum Team.

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