Scrum Guide und Skalierung: Teil 1 - Scrum Theorie

Scrum Theory
Geschrieben von Peter Beck am 12.01.2015

Dieser Blogeintrag ist der Anfang einer Reihe von Artikeln, die das Thema "Skalierung von Scrum" auf der Basis von Scrum Guide betrachten und einen Leitfaden in Bezug auf die „regeltreue“ Skalierung von Scrum aufstellen.

Der Scrum Guide definiert Scrum wie folgt:

Scrum (n): Ein Rahmenwerk, innerhalb dessen Menschen komplexe adaptive Aufgabenstellungen angehen können, und durch das sie in die Lage versetzt werden, produktiv und kreativ Produkte mit dem höchstmöglichen Wert auszuliefern.


Wenn Scrum ein Rahmenwerk darstellt, kann skaliertes Scrum auch nur ein Rahmenwerk für die Anwendung von Scrum für Produktentwicklungen sein, für die ein einzelnes Team nicht ausreicht. Im Zweifelsfall sollten für eine skalierte Scrum-Implementierung nicht mehr Regeln, Rollen und Zeremonien gelten, als für eine einfache Scrum-Implementierung mit einem Team.

So wie die Definition des Scrum-Rahmenwerks eine Basis darstellt, die sich mit verschiedenen Techniken, Taktiken und Praktiken realisieren lässt, muss auch eine Definition eines skalierten Scrum-Rahmenwerks von bestimmten Entwicklungspraktiken oder organisatorischen Konstellationen unabhängig gelten.

In dieser Betrachtung gehen wir strikt durch den Text des Scrum Guides und versuchen uns an einer Interpretation der Aussagen im Leitfaden in Bezug auf die „regeltreue“ Skalierung von Scrum.

1. Scrum Theorie

Der Scrum Guide sagt nicht viel aus über die theoretischen Grundlagen von Scrum, zum Beispiel warum es funktioniert. Ein fundamentaler Punkt für das Verständnis des Rahmenwerks und die sich daraus ergebenden Implikationen wird allerdings hervorgehoben:

Scrum basiert auf der Theorie empirischer Prozesssteuerung oder kurz "Empirie". Empirie bedeutet, dass Wissen aus Erfahrung gewonnen wird und Entscheidungen auf Basis des Bekannten getroffen werden. Scrum nutzt einen iterativen, inkrementellen Ansatz, um Prognosesicherheit [von Terminen / Ergebnissen] zu optimieren und Risiken zu kontrollieren.

Eine auf Scrum basierende Produktentwicklung muss daher auch selbst regelmäßig und beständig auf dem Prüfstand stehen. Auf der Basis einer gegenseitigen, die gesamte Entwicklungsorganisation umfassenden Transparenz gilt also:

  • In Bezug auf die Fortentwicklung des Produkts macht also ein starrer Lieferumfang wenig Sinn. Stattdessen braucht man stets die Gelegenheit und Möglichkeit zur Anpassung von Produktinhalten.
  • In Bezug auf die Arbeit des Teams muss der Austausch innerhalb und zwischen Teams gewährleistet werden.
  • In Bezug auf die Verbesserung der Entwicklungspraktiken und übergreifenden Prozesse müssen regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen stattfinden.

... Im nächsten Artikel geht es um die Scrum Teams ...

Andreas Schliep

Über den Autor

Andreas Schliep

Andreas Schliep ist ein Gründungsmitglied von DasScrumTeam AG. Er arbeitet als Scrum Coach und Trainer. Nach seinem Besuch der Hochschule Bremerhaven arbeitete Andreas zunächst als Softwareentwickler, Projektleiter, Teamleiter und später auch Bereichsleiter. Zu Scrum kam Andreas 2003-2004 durch seine damaligen Kollegen bei WEB.DE. Nach der Scrum Implementierung dort wechselte Andreas 2006 zur SPRiNT iT und machte sich 2008 als Coach und Trainer selbständig. Heute liegen seine Schwerpunkte neben der Einführung und dem Ausbau von Scrum insbesondere beim Qualitätsmanagement und der nachhaltigen Verbesserung von Entwicklungsteams.

  • Erfahrung mit Scrum seit Frühjahr 2004 als Scrum Master, Product Owner, Teammitglied, Coach und Trainer.
  • Einführung von Scrum bei der WEB.DE AG und ComBOTS AG
  • Betreuung von international verteilten Scrum Teams bei BenQ-Siemens
  • Betreuung von Scrum Teams bei bwin Wien Unterstützung des Übergangs von RUP zu Scrum bei UOL Brasilien
  • Weitere Scrum-Implementierungen in D/A/CH
  • Besondere Interessen: Skalierung und Verbesserungsprozesse
Yuliya Mijuk

Über den Autor

Peter Beck

Peter ist leidenschaftlicher Scrum Coach, Trainer (Certified Scrum Trainer, CST) und Moderator mit einem soliden Hintergrund im Engineering. Seit mehreren Jahren trainiert und coacht er eine große Bandbreite von Entwicklungsteams, Fachabteilungen, Projektleitern und Führungskräften in der Anwendung von Scrum, agilen Planungsmethoden und Softwareengineerings-Praktiken.
Peter hat die Österreichische Scrum Gruppe gegründet, an den Scrum Checklisten mitgewirkt, Publikationen auf InfoQ.com veröffentlicht. Er hält regelmäßig Vorträge auf agilen Konferenzen und Community Events.

  • Erfahrung mit Scrum seit 2004 als Teammitglied, ScrumMaster, Product Owner, Coach und Trainer.
  • Führen von international verteilten Scrum Teams als ScrumMaster
  • Mitgründer und Partner der DasScrumTeam AG
  • Besondere Interessen: Agile Unternehmen und Scrum beyond Software