(Remote) Working Setup

oder wie man sich einen Platz zum fokussierten Arbeiten schafft

Submitted by Malte Sussdorff on 05/06/2020

Bei DasScrumTeam sind wir ja gewohnt verteilt zu arbeiten. Daher werden wir gerade jetzt in Zeiten von Covid-19 gefragt, "wie macht ihr das eigentlich"? Hierzu haben Jasmine und Kai u. a. im Agile Growth Podcast einige Folgen gemacht und auch in unserer Anwendungspraxis und Fokusthemen für den Pfad zum CSP ist dies in letzter Zeit öfters ein Thema.

Die Arbeit von zu Hause etabliert sich als gelegentliche Alternative zur Arbeit im vom Arbeitgeber gestellten Büro. Während in den Büroräumen jedoch der Arbeitgeber versucht ein gutes Setup für fokussiertes Arbeiten zu gewährleisten was für alle passt, obliegt dies im Remote Office dem Einzelnen. Hierbei wird dann oft ein Setup gewählt, welches auch in der Vergangenheit für das gelegentliche E-Mail bearbeiten von zu Hause seinen Dienst getan hat. Es ist jedoch ein Unterschied, ob ich mich nur 1 bis 2 Stunden oder 8 Stunden am Tag fokussiert an einem Arbeitsplatz aufhalte. Denn wir verbringen jetzt alle Meetings hinter einem Monitor und in der Regel sitzend, nicht mehr wie früher stehend oder um einen Tisch im Meetingraum, wo wir uns mehr bewegt haben (weil wir unsere Körperposition den Sprechern im Meeting angepasst haben).

Daher empfiehlt es sich auf die Ergonomie seines Arbeitsplatzes zu achten (auch wenn die Regelungen der Arbeitsstättenverordnung, wonach der Arbeitgeber für das Einrichten des Arbeitsplatzes zuständig ist, während Covid-19 nicht gelten).

Wie gehe ich dabei vor um dieses zu Hause einzurichten?

Suche Dir einen festen Ort zum fokussierten Arbeiten.

  • Zimmer mit Fenster: Positioniere den Arbeitsplatz so, dass Du am Monitor vorbei ins Freie sehen und die Gedanken schweifen lassen kannst. Achte dabei darauf, dass Du über Raumtrenner (ein Vorhang reicht dafür aus) den Platz zum Arbeiten verdecken kannst, gerade wenn Du nicht den Luxus eines eigenen Raumes für das Arbeiten hast.
  • Gute Beleuchtung: Achte darauf, dass Deine Arbeitsfläche gut ausgeleuchtet ist und Dein Monitor nicht Lichtquellen reflektiert oder hinter dem Monitor eine Lichtquelle Deine Augen bestrahlt. Gerade bei Zimmern Richtung Norden empfiehlt sich die Anschaffung einer Tageslichtlampe. Spätestens wenn Ihr im November immer noch im Homeoffice seid.
  • Reduziere Ablenkung: Wähle den Ort so aus, dass Du nicht durch andere Menschen die an Dir vorbeigehen gestört wirst. Verbanne auch alles, was Dich an Haushaltsarbeit erinnert aus dem Blickfeld (oder Räume vor dem Betreten des Arbeitsortes auf).

Schaffe Dir eine Fokus-Umgebung

Wenn Du den festen Ort zum Arbeiten gefunden hast, richte Dir diesen Ort optimal ein

  • Nutze einen Monitor und nicht nur den Laptop. Dies reduziert deutlich die Nackenschmerzen durch das kontinuierliche Starren nach unten.
    • Falls aus Platzgründen nur der Laptop Platz findet, stelle diesen erhöht vor Dir ab, damit die oberste Bildschirmzeile leicht unterhalb der waagerechten Sehachse liegt.
  • Benutze separate Tastatur und Maus / Trackpad. Ergibt sich von selbst wenn man einen Monitor / Laptop-Stand benutzt. Achte hierbei auf die Ergonomie der Tastatur, da durch die Remote Arbeit die Nutzung der Tastatur steigt (weniger direkte Kommunikation, mehr Chat) und diese nicht dem 10-Finger-Blindtippen im Wege stehen sollte.
    • Wer die Zeit nutzen möchte um wirklich 10-Finger-Blindtippen zu lernen, dem sei die Kinesis Advantage Tastatur wärmstens an Herz gelegt.
  • Wenn Ihr den Luxus habt, in einer ruhigen Umgebung (keine großen Geräusche von außen oder durch Mitbewohner) zu arbeiten, dann nutzt eine Kommunikationsspinne (wie z.B. von Jabra) für die Zoom Calls. Dies erlaubt Dir natürlicher zu kommunizieren. Falls nicht, nutzt gute Noise-Cancelling-Kopfhörer mit gutem Mikrofon die Ihr über längeren Zeitraum tragen könnt.
  • Investiert in einen Bürostuhl, auf dem Ihr bequem längere Zeit sitzen könnt. Reflektiert was Euch an den Stühlen im Büro gefällt und was nicht. Probiert dann mehrere Stühle aus.
    • Öfters werdet Ihr dabei nicht das Model, welches Ihr auf der Arbeit habt wählen. Aber dort bewegt Ihr Euch öfters in den Meeting-Raum und habt dort andere Möbel.
  • Nutze eine externe Kamera. Die meisten Laptop-Kameras sind suboptimal und bewirken, dass man sich zum Laptop ausrichtet, nicht zum Monitor an dem man Arbeitet.
    • Grundsätzlich positioniert die Kamera in Augenhöhe (waagerechte Sehachse). Wenn die Kamera unterhalb Euch positioniert ist, schaut Ihr auf die anderen im Meeting herab.
  • Grundsätzlich zum Equipment am Arbeitsplatz: Informiere Dich was für "Hard Core"-Gamer funktioniert. Sowohl vom Stuhl aber auch Kopfhörer, Maus, Tastatur. Diese Geräte sind auf intensive, langfristige Nutzung ausgelegt und bieten einen guten Start für die Suche.

Ändere Deine Haltung

Gerade wenn man mehrere Stunden am Stück auf den Monitor starrt ist es wichtig, achtsam mit seinem Körper umzugehen. Denn für dessen Wartung sind wir verantwortlich :-)

  • Achte regelmässig darauf, wo Deine Schultern sind (sie sollten nicht nach vorne klappen). Falls man Hilfe benötigt nutzt eine Haltungskorrektur. Gerade im Homeoffice ist es kein Problem diese zu Tragen.
  • Falls es der Platz hergibt, nutzt einen Höhenverstellbaren Tisch um auch über einige Zeit im Stehen zu Arbeiten. Alternativ nehmt ein Bügelbrett und nutzte dieses mit Eurem Laptop. Das könnt Ihr auch im Garten / Park positionieren bei schönem Wetter (es gelten dabei weiterhin die Empfehlungen bzgl. der Lichtquellen).
  • Wenn Ihr steht, tut so, als ob Ihr auf der Stelle gehen würdet (Versen anheben, Gewicht verlagern). Sieht zwar komisch aus, sieht aber keiner :-).
    • Noch besser ist natürlich ein Walkingpad unter dem höhenverstellbaren Tisch. Aber die sind schwer zu bekommen zur Zeit.
  • Mache regelmässig Pausen und bewege Dich für 5 Minuten an anderen Orten als Deinem Arbeitsplatz.
    • Nutze die kurze Pause jedoch nicht um schnell Hausarbeit zu erledigen. Die Pause ist dafür gedacht dass Dein Körper sich vom Arbeiten erholt, nicht schnell eine andere Arbeit macht.
    • Du kannst diese Pausen auch gut nutzen ein paar Yoga-Übungen einzubauen in Deinen Alltag.

Ich hoffe dieser Beitrag hat Dir ein paar Ideen gegeben für das Setup zum fokussierten Arbeiten. Im nächsten Beitrag der Reihe widmen wir uns dann der Frage "Wie arbeite ich fokussiert von zu Hause aus".

Und bis dahin empfehle ich Spaceship You.