Wie merke ich als Scrum Master, ob mein Team gut ist?

5 Dysfunctions of a Team - Teamentwicklung an Hand der fehlenden Eigenschaften

Sein Team entwickeln durch die 5 Dysfunktionen

Geschrieben von Rudolf Gysi am 09.05.2019

In den vergangenen Wochen habe ich mich wieder mehr mit der Frage beschäftigt, wie merke ich überhaupt ob ich meinen Job als Scrum Master gut mache? Und das hat recht viel damit zu tun, ob mein Team eigentlich "gut" ist...

Nun wird es also wieder mal Zeit den Scrum Guide zu bemühen und nachzulesen. (Sollte man sowieso ab und zu machen, oder? 😉

Da steht folgender Text:

Der Scrum Master ist dafür verantwortlich, Scrum entsprechend des Scrum Guides zu fördern und zu unterstützen.

Scrum Master tun dies, indem sie allen Beteiligten helfen, die Scrum-Theorie, Praktiken, Regeln und Werte zu verstehen.
Der Scrum Master ist ein „Servant Leader“ für das Scrum-Team. Der Scrum Master hilft denjenigen, die kein Teil des Scrum-Teams sind, zu verstehen, welche ihrer Interaktionen mit dem Team sich hilfreich auswirken und welche nicht. 
Der Scrum Master hilft dabei, die Zusammenarbeit so zu optimieren, dass der durch das Scrum-Team generierte Wert maximiert wird.

Der Scrum Master hat also den Auftrag das Team zu entwickeln, damit es Wert generieren kann. Es steht nicht, dass der Scrum Master damit irgendwann mal aufhören soll. Damit stellt sich dem SM latent die Frage: „Ist mein Team gut?“

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Ich könnte mir überlegen an was ich ein gutes Team erkenne. Da gibt es aber sooooo viele Aspekte, da kann ich mich nie entschliessen was ich nun auswähle.

Ich kann mir auch überlegen, woran ich ein schlechtes Team erkenne. Da bin ich schon viel schneller am Ziel und kann sagen woran ich eine Teamdysfunktion wahrnehme.

Dazu gibt es ein sehr hilfreiches Buch: Die 5 Dysfunktionen eines Teams von Patrick M. Lencioni, welches ihr auch unter den ScrumMaster-Büchern auf unserer Leseliste findet.

Im wesentlichen macht er die Dysfunktionen an folgenden 5 Punkten fest:

  • Mangel an Vertrauen
  • Angst vor Konflikten
  • Fehlen von Verbindlichkeit
  • Mangel an Verantwortung
  • Nachlässigkeit gegenüber dem Ergebnis

Für mich sind die ersten zwei Elemente diejenigen, welche ich am meisten beobachte. Wobei „Angst vor Konflikten“ für ein Scrum-Team wirklich sehr übel ist. Denn wer in einem Umfeld von Komplexität und Unsicherheit arbeitet, muss fähig sein, zusammen zu streiten. 

Streiten geht aber nur, wenn die Team-Members sich gegenseitig vertrauen und sicher sind, dass sie sich die Meinung sagen dürfen und es "OK" ist über These und Antithese zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Da merke ich dann als Coach oder Scrum Master, dass ich auch mit der Tatsache klarkommen muss, das sich das Team ab und zu gegenseitig die Meinung sagen kann und muss.

In unserem Advanced Certified ScrumMaster-Seminar gehen wir tiefer auf Patrick Lencionis Modell ein, um ScrumMastern zu helfen, ihr Team zu entwickeln.

Rudolf Gysi

Über den Autor

Rudolf Gysi

Auf der Suche nach immer besserer Qualität entdeckte ich vor vielen Jahren die agilen Methoden in der IT. Seit 2010 unterstütze ich Teams beim Erlernen von Scrum und Kanban. Als Mitgründer der agilen Bewegung in der Schweizer Bundesbahn (SBB) habe ich den Aufbau der Trainings, der Agile Community und der Agilen Transformation seit 2011 mitgestaltet.

2018 bin ich als Coach für agile Produktentwicklung bei DasScrumTeam eingestiegen. Jetzt geht es darum Agilität in das Business zu tragen und IT und Business zu einem Team zusammenwachsen zu lassen.